26
Mrz
2017

Die gefallenen Götter

Wütender Streit war entbrannt um die Frucht der Erkenntnis.
Flugs im Gemenge entglitt sie den gierigen Händen.
Fort vom Olymp zogen Götter hinab in die Sümpfe,
Wühlten im Schlamm Tag und Nacht, doch war alles vergebens.

Krochen heraus, bar der Weisheit, verroht wie die Tiere,
Bestien mit blutigen Mäulern und schmutzigen Klauen.
Schweift auch der Blick manchmal sehnsüchtig hoch zu den Wolken,
Ist doch der Thron diesen Toren für immer verloren.
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6
Mrz
2017

Mirando por la ventana

Cuando miro por la ventana,
estoy empezando a sueño.
Sobre los árboles viejos
hacia el cielo Getsemaní.

Palomas, urracas, golondrinos
cogerían mis gatos
con sus zarpas depredadores,
si no volerían lejos rápidamente.

Pronto se bloquean mi vista,
quieren construir una casa
para los ricos, los listos.
Tales vecinos no lo haré!

Cuando se pone el sol
detrás de las cajas de flores,
Yo miro hacia el oeste,
donde no es mucho mejor.
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30
Jan
2017

HEL

Suchte ich nach einem Mann,
einem Mann, der alles kann,
der viel weiß und der viel fragt,
freundlich ist, die Wahrheit sagt,
suchte ich ihn, meiner Seel,
fänd ich dich, mein lieber HEL.

Oh, das gäb ne Keilerei!
Erstens bist du nicht mehr frei,
zweitens, drittens wartet da
furchtbar der Erinnyen Schar
längst auf ihren Marschbefehl.
Nein, ich lass es lieber, HEL.

Freunde sind wir allezeit,
sind zum Federkrieg bereit,
wollen wie das Wasser sein
und zerbrechen Stein um Stein
ohne großes Rumkrakeel.
Heute und für immer: HEL.
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22
Jan
2017

Bye-bye King Kong

Als King Kong aus dem Dschungel kam
per Schiff über den Ozean,
da sah er in der New York Bay
die stolze Dame weiß wie Schnee.

Sie stand gen Himmel aufgereckt.
Wie gerne hätt er sie befleckt.
Er glaubte ja, dass allezeit
das Weibsvolk sei für ihn bereit.

Die stolze Frau jedoch blieb kalt.
Da nahm er sie sich mit Gewalt,
hat sie in tiefster schwarzer Nacht
in einen hohen Turm gebracht

und führte fortan die Regie
im sweet, sweet Land of Liberty
samt den Primaten, welch ein Graus.
Ne Schmiere kam dabei heraus.

Sein Regiment war fürchterlich.
Er log, die Balken bogen sich.
Das Volk war taub und stumm und blind,
wie’s die drei Affen eben sind.

Der Frühling naht, die Sonne lacht,
das Inselvolk ist aufgewacht.
Das Jahr der Affen geht vorbei,
bald ist die Dame wieder frei.
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8
Jan
2017

Augustin

Kartoffelaugen starrn mich an
zu mittäglicher Stund.
Ich setz mein scharfes Messer dran,
du andalusscher Hund.

Damit ich lebe, töte ich,
was es auf Erden gibt:
Erdapfel, Eismeer, Enterich,
den Einen, der mich liebt.

Damit ich lebe, raube ich
die Arbeitskraft, das Öl.
Erbarmungslos und fürchterlich
rück ich zu Leib der Seel.

Dass ich das größte Raubtier bin,
das habe ich im Sinn.
Oh weh, ich dummer Augustin,
und nun ist alles hin.
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20
Dez
2016

In seinem Namen

Wie selig ist die Weihnachtszeit,
das Fest des Friedens und der Liebe,
da Jesus unser Bruder war.
Und trotzdem gibt es oftmals Streit,
und gar nicht selten setzt es Hiebe,
und Gott erscheint uns unnahbar.

Ein ferner Gott auf einem Thron,
auf Erden thronen die Vertreter,
die schicken Drohnen in die Welt.
Gott aber schickte seinen Sohn,
der war gewiss kein Attentäter,
der machte sich auch nichts aus Geld.

Hielt lieber seinen Tempel rein.
Der würde keine Waffen segnen,
wär er bei uns das ganze Jahr.
Wir könnten einfach Brüder sein,
dann würde er uns auch begegnen,
der uns doch immer nahe war.
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6
Nov
2016

Halloween

O schaurig ist’s an Halloween,
wenn Monster um die Häuser ziehn.
Ich schaue aus dem Fenster,
seh grausige Gespenster.

Vampire, kaum drei Käse hoch,
ein Zombie hat im Kopf ein Loch,
der Hexentanz ums Feuer
ist auch nicht ganz geheuer.

Wie gut, dass ich hier sicher bin!
Ich geh zum Sofa, leg mich hin.
Die Geister sollen draußen
wohl durch die Herbstnacht sausen.

Da plötzlich rumpelt es im Flur.
Ich schleich mich an. Was ist das nur,
das in der Kiste rappelt
und wie besessen zappelt?

Ein rosa Näschen kommt hervor,
ein weißer Bart, ein schwarzes Ohr.
Es ist ja nur mein Kätzchen.
Hast mich erschreckt, mein Schätzchen!
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14
Sep
2016

An Werner

Zwar warst du kleiner noch als ich,
doch war’s egal, ich liebte dich,
ging neben dir am Rinnstein lang
und schon warst du ein großer Mann.

Genau wie Robert Zimmermann
warst du als Denker wohlbekannt.
Hast bei Appellen unbeirrt
die Mao-Bibel rezitiert.

Hast für die Dorfmannschaft gekickt,
du warst blitzschnell, ich war entzückt.
Beim Mofa fahren hat’s gekracht,
hat nur paar Schrammen eingebracht.

Als du die Sowjetfahne nahmst,
am Stadiondach ins Straucheln kamst,
als Edith lief ins Krankenhaus,
da sah die Sache schlimmer aus.

Wie schmerzlich hab ich dich vermisst,
was eigentlich nicht wichtig ist,
dein wacher Geist war schon allein
auf meinem Weg ein Meilenstein.

Und klopfst du an das Himmelstor,
schenkt Gott dir sein geneigtes Ohr.
Auch Rino freut sich sicher sehr,
vermisst nun seinen Freund nicht mehr.

Zwar scheint ihr so unendlich fern,
wir sitzen noch auf diesem Stern,
doch wo ihr im Moment auch seid:
Wir bleiben eins für alle Zeit!
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