Ménage à trois

27
Dez
2008

Ménage à trois

Ich hab mein Herz verloren
und bin seit jener Nacht
verliebt über zwei Ohren,
um den Verstand gebracht.

Erblickt hab ich die Beiden
dereinst im Internet,
es ließ sich nicht vermeiden,
ich fand sie sehr adrett.

Kam abends sie besuchen
in ihrem kleinen Reich,
da gab’s zwar keinen Kuchen,
doch einen Flirt sogleich.

Ich fand sie beide herrlich,
so hübsch, charmant und fein,
und lud sie ganz begehrlich
zu mir nach Hause ein.

Doch blind macht sie, die Liebe,
zu wahr ist dieses Wort,
so trieben mich die Triebe
an einen andern Ort.

In der verhassten Küche
bin ich gefangen nun,
im Kleid Heringsgerüche,
muss schwere Fron jetzt tun.

Sie drohen zu verfetten,
und ich werd nicht mehr froh,
sie lagern auf den Betten,
die Magd auf hartem Stroh.

Des Nachts, ich will nicht maulen,
da kommen sie zu mir,
zum Lohn darf ich sie kraulen,
die schwarzen Kater hier.

Wir toben durch die Räume,
verliebt wie einst im Mai,
Katzen- und Menschenträume -
wir Drei, wir sind so frei!

Meine-Katzenkinder-1

(Bild: Isabella Busch, Katerchen und Brüderchen)
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