Das Märchen von der Dublonen-Jenny

4
Mrz
2009

Das Märchen von der Dublonen-Jenny

Sterntaler

Es war einmal ne kleine Jenny,
die hatte keinen müden Penny,
hatte kein Lager für die Nacht
und stand auch unter Mordverdacht.

Sie irrte nachts durch kalte Gassen
und dachte nur ans Essen fassen.
Die Krähe war schon längst verdaut,
der Magen knurrte bös und laut.

Das letzte Stückchen Brot in Händen,
das Mieder fransig an den Enden,
lehnte sie an der Ecke dran,
da sprach ein alter Mann sie an:

"Mägdlein, ich bitt euch, habt Erbarmen,
sonst holt der Beelzebub mich Armen!
Hab nichts gegessen wochenlang,
auch ist mir vor dem Nachtfrost bang."

Die Jenny sah den Bettler frieren,
gab hin ihr Mieder ohne Zieren,
gab auch ihr letztes Stückchen Brot
dem armen Mann in seiner Not.

Bedroht vom eigenen Verderben,
sprang sie ins Meer, um gleich zu sterben.
Da stieß sie mit dem Kopf am Grund
an einen Goldtopf kugelrund.

Der war gefüllt mit Golddublonen,
Beute und Beule sollt sich lohnen.
Die Jenny lief zum Pub im Nu,
soff Stout und fraß ne ganze Kuh.

(Bild: Otto Ubbelohde, Sterntaler)
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