Träume und Taten

20
Jan
2010

Träume und Taten

Magritte

Ein Sturm ergriff ihn schon in jungen Jahren,
ein wilder Wind im Wipfel jenes Baumes,
der Schatten bot zum Träumen eines Traumes,
dass alle einmal Gotteskinder waren.

Frei war er und bedurfte keines Zaumes,
am Ort, wo all die süßen, wunderbaren
Erkenntnisäpfel nah zum Greifen waren,
im Garten Eden, jenseits dieses Raumes.

Da hörte er die Stimmen der Dämonen:
Du kannst das Los der Gotteskinder wenden.
Für Gottes Wort zu töten wird sich lohnen!

Das Blut von Kindern klebt an seinen Händen.
Unter den kalten Blicken der Ikonen
singt er sein Klagelied den kahlen Wänden.

(Bild: René Magritte, Der bedrohte Mörder)
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