Fernweh

30
Jul
2009

Fernweh

Monte Albán

Genug geschuftet und gespart,
nun geht es bald auf große Fahrt.
Im wilden, fernen Mexiko,
da werd ich meines Lebens froh.

Im Luftschiff statt auf der Galeere
reise ich über sieben Meere.
Ich kann die Welt von oben sehn,
als freie Frau vor Anker gehn.

Da brauch ich keinen Ballermann,
auch keinen Mann, der alles kann.
Den Pelikan am großen Meer,
den liebe ich von Herzen sehr.

Ich werde mit den Papageien
im Dschungel um die Wette schreien.
Umschwirrt von kleinen Kolibris,
fühl ich mich wie im Paradies.

Schildkröten, Krokodile, Schlangen
brauchen ums Leben nicht zu bangen.
Ich esse ja zu Mittag bloß
Tortillas, Chilis und Arroz.

Wenn Mariachi-Lieder klingen,
will ich graziös das Tanzbein schwingen.
Am Kopf nen breitkrempigen Hut,
fließt in mir Zapotekenblut.

Der Sierra Madre grüne Pracht,
den Stillen Ozean bei Nacht,
das alles möcht ich gerne sehn,
auf Fiestas meine Runden drehn.

Ach wildes, fernes Mexiko,
nach dir nur sehne ich mich so.
Breit deinen Blütenteppich aus,
dann fühle ich mich gleich zu Haus.

(Bild: Sacred Sites, Monte Albán)
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