Die Wende

31
Dez
2012

Die Wende

Ein Herr in seinen besten Jahren,
mit grauen Schläfen, welterfahren,
ging ins Café der Philosophen,
um in das Neue Jahr zu schwofen.

Ein kleiner Tisch in einer Ecke
schien ihm geeignet zu dem Zwecke,
sich erst mal ruhig hinzusetzen,
sich an dem Treiben zu ergötzen.

Am Nachbartisch saß eine Runde,
wohl schon seit ziemlich früher Stunde,
er hörte sie Krimskoye ordern
und sich zu Wortduellen fordern.

An ihrer Seite eine Dame,
er hörte, Eva sei ihr Name,
sah ihre Augen, diese dunkeln,
wie schwarze Diamanten funkeln.

Bald bat er höflich sie zum Tanze
zu einer russischen Romanze.
Längst war der letzte Ton verklungen,
da tanzten sie noch eng umschlungen.

Nachts durch die Straßen, wie im Märchen,
schwebte auf Wolken unser Pärchen
fand unterwegs manch dunkle Orte,
erreichte endlich eine Pforte.

Sie traten ins Berliner Zimmer,
leerten ein Glas bei Kerzenschimmer,
bis sie sich in die Arme sanken,
um zu dem Kanapee zu wanken.

Er spürte ihre vollen Brüste
auf seiner Haut, als er sie küsste,
den schlanken Leib, die weichen Haare.
Weich auch ihr Mund, der wunderbare.

Sanft strich er über ihre Beine,
sie hatte Beine wie sonst Keine,
und seinen Händen wuchsen Flügel,
flogen hinauf zum Venushügel.

Da fühlte er unter den Fingern
ein Paar von diesen runden Dingern,
hielt in der Hand plötzlich was Hartes,
doch, wie er fand, was sehr Apartes!

So nahm das alte Jahr am Ende
eine ganz unverhoffte Wende.
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