21
Mrz
2009

Geraubte Gefühle

Bushido

"Wir sind die Stimme der Nation, deswegen haben sie Angst vor uns
Und eben diese eine Angst hat dieses Land gebumst
Doch eure Kinder stehen hinter uns, sie fühlen es
Wir sind die Hoffnung, die du nachts in deine Türen ritzt
Wie das Echo der Nation, die keine Stimme hat
Wir sprechen das aus, was jeder in sich drinnen hat
Denn du bist ganz allein, niemand hat hier Zeit für dich
Und keiner interessiert sich dafür, wenn du Scheiße frisst"

(Bushido)


Du bist die Stimme der Nation, die alle anderen beklaut
Und geklaut ist deine Mucke, jeder sagt es laut
Ihre Kinder sind enttäuscht von euch, sie fühlen es
Dass ihre Hoffnung sie verlassen hat und sind verletzt
Doch ihr Echo müsste einfach auf die Straße gehn
Wo die Sounds des Asphaltdschungelbeats herüberwehn
Dann spräch Bushido aus, was jeder in sich drinnen hat
Ehrlich empfundene Gefühle und kein Plagiat

(Bild: www.kill-more-people.de)
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8
Mrz
2009

Zum Internationalen Frauentag

zetkin

Heute ist der Tag der Frauen!
Hoffe, dass sich viele trauen,
für ihr gutes Recht zu streiten,
denn dann kommen bessre Zeiten.

Ach, so viel ward schon gestritten,
und so schwer wird noch gelitten:
Prügel, Klitorisbeschneidung,
das Verbot der Ehescheidung,

Schleierzwang, Vielweiberei,
Menschenhandel, Sklaverei,
und auch hier macht die Gewalt
vor den Wohnzimmern nicht Halt.

Weltweit ist noch viel zu tun,
keine Zeit, um auszuruhn.
Frauen international,
wehrt euch, ihr habt keine Wahl!

(Bild: Clara Zetkin)
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7
Mrz
2009

Life's Cruelty

Maria-Maddalena

Some people call me Redhead Jenny,
I haven’t got a lousy Penny,
my pockets empty as my belly,
I’m on my way to Dead Man’s Valley.

A handsome dude once in the boozer
said: "C’mon, Jenny, you’re no loser!
You’re fine and young, you're not a scarecrow,
not born to live your life in sorrow."

He gave me lots of drinks and kisses,
then introduced me to a Mistress.
She sent'm upstairs to my chamber,
how many gents, I don’t remember.

One night a filthy stinking rich man
snored in my pillow like a brake van.
I stabbed the pig and took his money,
turned tail and ran fast as a bunny.

A pretty guy down in the tavern
abducted me to seventh heaven.
He stole my heart and all my jewellery,
so now I’m broke. Well, that's life's cruelty.

(Bild: Dante Gabriele Rossetti, Maria Maddalena)
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4
Mrz
2009

Das Märchen von der Dublonen-Jenny

Sterntaler

Es war einmal ne kleine Jenny,
die hatte keinen müden Penny,
hatte kein Lager für die Nacht
und stand auch unter Mordverdacht.

Sie irrte nachts durch kalte Gassen
und dachte nur ans Essen fassen.
Die Krähe war schon längst verdaut,
der Magen knurrte bös und laut.

Das letzte Stückchen Brot in Händen,
das Mieder fransig an den Enden,
lehnte sie an der Ecke dran,
da sprach ein alter Mann sie an:

"Mägdlein, ich bitt euch, habt Erbarmen,
sonst holt der Beelzebub mich Armen!
Hab nichts gegessen wochenlang,
auch ist mir vor dem Nachtfrost bang."

Die Jenny sah den Bettler frieren,
gab hin ihr Mieder ohne Zieren,
gab auch ihr letztes Stückchen Brot
dem armen Mann in seiner Not.

Bedroht vom eigenen Verderben,
sprang sie ins Meer, um gleich zu sterben.
Da stieß sie mit dem Kopf am Grund
an einen Goldtopf kugelrund.

Der war gefüllt mit Golddublonen,
Beute und Beule sollt sich lohnen.
Die Jenny lief zum Pub im Nu,
soff Stout und fraß ne ganze Kuh.

(Bild: Otto Ubbelohde, Sterntaler)
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27
Feb
2009

Alle Tiere dieser Meere

Hummer2

Fischlein auf dem Meeresgrunde,
schwammst so fröhlich deine Runde,
bis der Schleppnetzfischer kam.
Todesangst in deinen Blicken,
Blut rinnt über deinen Rücken.
Ich empfinde tiefe Scham.

Hummer, eingepfercht im Laden,
darfst zum letzten Male baden,
dann geht es auf Höllenfahrt.
Bange, quälend lange Stunden
sind die Scheren dir gebunden,
schließlich wirst du tot gegart.

Weiße Möwe, fliegst nie wieder,
ganz verklebt ist dein Gefieder,
und das bittre Ende droht.
Die Gewässer sind verdorben,
und so viele sind gestorben
schon der Ölpest schwarzen Tod.

Wale, Robben und Delfine,
Seeadler und Pinguine,
Austern, Seepferdchen und Hai,
alle Tiere dieser Meere,
sie verdienen Schutz und Ehre
statt der Menschen Tyrannei.

(Bild: Abraham Hendriksz van Beyeren, Großes Stilleben mit Hummer)
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23
Feb
2009

Fritzchen und das Meerfräulein

nymphe

Das Fritzchen fing sich Fisch ganz frisch
mit ein paar fetten Schnaken.
Bald zappelte ein Petersfisch
an seinem Angelhaken.

Das arme Fischlein bangte sehr
um sein noch junges Leben.
Es sprach: "Wirf mich zurück ins Meer,
will reichen Lohn dir geben!"

Fritzchen besaß ein weiches Herz
und leere Hosentaschen,
gab frei den Fisch trotz Magenschmerz,
wollt sich den Schatz erhaschen.

Er folgte ihm zum Meeresgrund
bis rüber zur Titanic,
tauchte vergeblich Stund um Stund,
geriet schon fast in Panik.

Da scharrte vorn am Riff ganz leis
ein Seepferd mit den Hufen.
Drauf saß ein Fräulein zart und weiß,
das hörte süß er rufen:

"Aloha, schöner fremder Mann,
bist nicht umsonst geschwommen
zu meinem Reich Poseidistan,
sei herzlich mir willkommen!

Aus schnödem Gold ist nicht der Schatz,
den du hier unten findest.
Doch war die Müh nicht für die Katz,
wenn du dich an mich bindest.

Ein Seeschloss aus Korallen rot
soll deine Wohnstatt werden.
Und küss ich dich aus Liebe tot,
gibt’s kein Zurück zur Erden."

Drauf's Fritzchen: "Liebes Meerfräulein
mit deinen grünen Haaren,
will herzlich gern dein Liebster sein,
doch bin ich unerfahren.

Gib sieben Tage Freiheit mir,
so will ich mich entfernen.
Und kehre ich zurück zu dir,
kannst du von mir was lernen.

Gib mir auch eine Auster mit
mit einer großen Perle.
Die Weiber haben Appetit
auf gut betuchte Kerle."

Das Meerjungfräulein lachte hell
und ließ ihn flink enteilen.
Das Fritzchen lief in ein Bordell,
wird heut noch drin verweilen.

(Bild: Arnold Böcklin, Meeresstille)
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22
Feb
2009

Der Gödeke Michels

Stoertebeker

Der Gödeke Michels, der war weltberühmt,
wie zehn Ochsen, so konnte der saufen.
Die Weiber, die warn alle verrückt nach ihm,
und wie ein Wikinger konnte der raufen.

Er war mit paar finstren Gesellen im Bund,
aye, sie waren der Schrecken der Meere.
Aber Michels und Störtebeker, der Hund,
waren Seeräuber gleichwohl mit Ehre.

Ein Rotschopf war des Gödeke Michels Schatz,
doch nicht von Dauer warn die seligen Zeiten.
Der Herzog von Mecklenburg machte Rabatz,
und Holland tat vor Helgoland sich streiten.

Die Brüder, für Holland auf Beutezug,
mussten eilends nach Norwegen fliehen.
Luberts Kogge gekapert, und ab ging's im Flug,
splitternackt die Hanse heimwärts ziehen.

Die Hamburger bliesen nun zur Menschenjagd,
und die Kogge, mit Fässern vollgeladen,
lief auf Grund. Michels Leute stritten unverzagt,
trotzdem nahmen sie gefangen die Soldaten.

Am Grasbrook enthauptet mit blankem Schwert,
die Köpfe vorm Stadttor aufgereiht auf Spießen.
Den Pfeffersäcken ist allein ihr Gold was wert,
Lieb und Ehrgefühl können sie nur verdrießen.

(Bild: Einbringung des Seeräubers Klaus Störtebeker in Hamburg 1401, nach einen Holzstich von Karl Gehrts)
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21
Feb
2009

Mein Junge, halt die Füße still!

Hans-Albers

Frei nach Hans Albers:

"Mein Junge, halt die Füße still
und mach nicht so’n Gesicht.
Es geht nicht alles, wie man will
und wie man sich’s verspricht.

Die Welt ist rund, die Welt ist schön,
und alles muss sich mit ihr drehn,
wie es das Schicksal will,
drum halt die Füße still!"

Als ich gesegelt viele Jahr
wohl übers weite Meer,
kam mir in Rios Hafenbar
mal einer in die Quer.

Ich sagte: "He, du armer Wicht,
ich hack dich klein, vergiss das nicht,
wie es das Schicksal will,
drum halt die Füße still!"

Als ich einst in Odessa lag
im Hafen hagelblau,
macht einer sich am hellen Tag
gleich her über die Frau.

Ich hätt ihn fast schon massakriert,
da ist er ganz schnell abgeschwirrt,
wie es das Schicksal will,
drum halt die Füße still!

Als einer mir ne Karte gab,
auf der ein Schatz sich fand,
fand er am Eiland bald sein Grab
und ich mein Heimatland.

So ist das Leben, bitte schön,
drum lass uns einen saufen gehn,
wie es das Schicksal will,
und halt die Füße still!

(Bild: Hans Albers)
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Verlorenes Paradies

Halbe Frau

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