In Corona-Zeiten

17
Mrz
2020

In Corona-Zeiten...

In Corona-Zeiten ein bisschen spazieren und danach einkaufen gegangen.

Auf der Schaukel im Hof ein einsames Kind, das Selbstgespräche führt. Auf der Straße dagegen mehr Leute als sonst ins Gespräch vertieft. Vor einem Café sitzt ein Grüppchen an der frischen Luft und trinkt Bier. Kopf ab!

Das Einkaufszentrum ist voll, die Modegeschäfte sind leer. Im Reformhaus kann ich noch das letzte Brot und die letzte Flasche Milch ergattern. Im Drogeriemarkt gibt es keine Katzenstreu mehr, also muss ich zum teureren Supermarkt. Durch die Schlange am Nudelregal sehe ich mich veranlasst, mir zwei Päckchen Nudeln zu sichern. Außerdem ein paar Dinge, die der Wohlstandsbürger so braucht - Schokolade, Sushi, einen Piccolo. So eine kleine Flasche reicht ja für mich alleine. Da ich als Rentnerin jetzt Risikogruppe bin, wird mich vielleicht niemand mehr besuchen kommen.

Noch Erde und ein paar Frühblüher aus dem vietnamesischen Blumenladen, damit ich mir den Balkon schön machen kann. Der Blumenverkäufer packt alles in eine Plastiktüte ein und wischt den Griff mit Desinfektionsmittel ab.

Auf dem Heimweg treffe ich eine Nachbarin, auch Risikogruppe, da über 80. "Na," meint sie, "Hamsterkäufe gemacht?"
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Halbe Frau

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